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Was ist die Harnblase?
Die Harnblase ist ein Hohlorgan zur Speicherung von Urin.
Sie stellt sicher, dass weder Substanzen aus dem Urin in die Blutbahn noch umgekehrt aus dem Blut in den Urin gelangen können.
Sie erhält ihre Flüssigkeit, den Urin, über die Harnleiter aus den Nieren und scheidet diese über die Harnröhre wieder aus.
Unter normalen Bedingungen wird genauso viel Urin ausgeschieden wie von den Nieren produziert wurde.
Bei ungestörter Funktion geschieht die Entleerung willentlich.
Was ist Urin?
Urin ist der wasserlösliche „Abfall“ des Körpers.
Er wird in den Nieren mit viel Aufwand und nach extrem fein justierbaren Regelmechanismen produziert.
Er dient dazu die Wasserbilanz des Körpers, angepasst an die
äußeren und inneren Gegebenheiten, zu regulieren.
Dabei werden außerdem die Blutsalze in einem physiologischen Gleichgewicht gehalten und alle wasserlöslichen Giftstoffe werden von den Nieren in den Urin abgegeben.
Anatomie
der
- English original from U.S. National Cancer Institute's Surveillance, Epidemiology and End Results (SEER) Program (http://training.seer.cancer.gov/module_anatomy/images/illu_bladder.jpg), translated by User:Lennert B Diese Datei wurde als frei von bekannten urheberrechtlichen Einschränkungen identifiziert, einschließlich aller verwandten Rechte.
Das Organ wird von einen Muskel gebildet, der die äußere Hülle der Wand
darstellt und als funktioneller Teil durch seine Kontraktion die Austreibung
des Urins sicherstellt.
Die Steuerung dieses Muskels unterliegt dem vegetativen Nervensystem aus Sympathikus und Parasympathikus und den übergeordneten willentlich gesteuerten Teilen des Gehirns, die eine geregelte Speicherung und Entleerung der Harnblase sicherstellen.
Eine Schicht weiter zum Hohlraum der Blase folgt eine Bindegewebsschicht, in der sich die Nervenfasern der Füllungswahrnehmung und die Blutgefäße der inneren Schleimhautversorgung befinden.
Als innerste Schicht folgt das Urothel. Diese Epithelschicht weist eine
funktionelle Einzigartigkeit auf, da sie
- nicht verhornt ist,
- eine extreme Dehnungsreserve besitzt und
- vollständig undurchdringlich für Substanzen im Urin in Richtung auf die Blutbahn ist.
Diese Fähigkeit wird sogar entgegen den Diffusionsgradienten zwischen unterschiedlich konzentrierten Lösungen (Blut und Urin) aufrecht erhalten.
Diese Barriere wird durch die Zelloberfläche zum Hohlraum hin aufgebaut. In der Zellmembran dieses Urothels befinden sich Zuckermoleküle, die in die Doppelmembran der Zellwand eingebaut sind. Sie bilden einen mikrosko-pischen Raum auf dem Epithel, der die Aufnahme von Urinbestandteilen in die Blutbahn zu 100% verhindert.
Die Anatomen, die diese Schicht erstmals im neunzehnten Jahrhundert
mit dem Mikroskop gesehen haben, nannten sie "Crusta" (Kruste) oder
auch "Kutikula" (Häutchen). Im mikroskopischen Bild war sie als
Lichtbrechung erkennbar. Allerdings kannte man ihre funktionelle Bedeutung noch nicht.
Die Biochemiker des zwanzigsten Jahrhunderts haben dann
herausgefunden, dass es sich um eine Einlagerung von Zuckermolekülen in
die Zellmembran (Glykokalix) handelt, die eine vollständige Diffusionsbarriere zwischen Urin und Blutbahn sicherstellt.
Auch Giftstoffe, die im Urin sind, können dadurch nicht wieder in den Körper gelangen.
Somit gelangt die Flüssigkeit aus den Nieren über die Harnleiter in die Harnblase und wird von dort über die Harnröhre nach außen ausgeschieden.
Pathologie
Die Harnblasenkarzinome werden nach den Zellarten unterschieden, aus denen sie entstehen:
So sind statistisch gesehen
95% Urothelkarzinome,2% Plattenepithelkarzinome und1% Adenokarzinome.desweiteren gibt es das Sarkom, das Phäochromozytom, maligne Lymphome, Karzinoide u.a.
Sie können invasiv sein, also in die Umgebung hineinwachsen oder nichtinvasiv, also noch oberflächlich verbleiben. [WHO-Klassifikation 2016 >*>]
Nichtinvasive Tumore
wachsen eher flach und/oder papillär* und können reaktiv* (*biologische Reaktion auf Umwelteinflüsse) bis sehr maligne sein. Sie werden in der Diagnosestellung mit Ta oder Tis klassifiziert.
Ta: nichtinvasives,papilläres Karzinom
Tis: flaches anaplastisches* Epithel mit geringgradiger Differenzierung, ohne Polarität* und ohne Invasion
Invasive Tumore
infiltrieren benachbarte Schichten und werden je nach Größe oder Infiltration der benachbarten Gewebeschichten mit T1 - T4 bezeichnet.
T1: Infiltration bis subepitheliales* Bindegewebe (Lamina submucosa)
T2: Infiltration in die Muskulatur der Harnblase
T3: Infiltration bis in die Harnblasenumgebung
T4: Infiltration benachbarter Organe
Verlaufsphasen
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Beschwerden
asymptomatisch
- Mikrohämaturie, tritt wiederholt auf
- Der Urin ist nicht sichtbar verändert und auch nicht verfärbt, aber in der Laboruntersuchung fällt auf, dass rote Blutkörperchen und/oder Hämoglobin im Urin nachweisbar sind.
- Schmerzlose Makrohämaturie
- Der Urin ist sichtbar rot gefärbt. Das kann von leicht rosé bis maximal dunkel rot reichen und in manchen Fällen mit Gerinnseln im Urin einhergehen, die als dunkle, längliche, feste Strukturen im Urin auffallen. Das kann bis zur Urinverstopfung mit Harnverhalt führen und deutet auf eine massive aktive Blutung hin. In der Regel führt das zur Notfalleinweisung.
symptomatisch
- Miktionsprobleme
- Dysurie: während des Wasserlassens treten Missempfindungen mit und ohne Projektionsschmerzen in die Harnröhre, die Eichel oder die Klitoris auf; ein terminaler Miktionsschmerz ist eher selten.
- Urge: gehäufter Harndrang am Tage und in der Nacht mit gehäuften Toilettengängen
- Nykturie: nächtliches Wasserlassen; selten vergesellschaftet mit der Erkrankung Harnblasenkrebs
Anamnese
Familienanamnese
- Gab oder gibt es Blasenkrebserkrankungen in Ihrer Familie? Vater, Mutter, Geschwister, Großeltern
- Wissen Sie, ob in der Familie ein Lynch-Syndrom bekannt ist?
Berufsanamnese
- Alle Patienten sollten nach den Berufs-/Arbeitstätigkeiten über die bisherige Lebenszeit befragt werden, auch dann, wenn bereits eine Berentung vorliegt.
- Berufe mit Risiko:
- Maler, Spritzlackierer
- Färber,
- Gerber,
- Drucker,
- Frisör,
- Maurer,
- Dachdecker,
- Schornsteinfeger
- Straßenbauer
- Kokereiarbeiter
- Aluminium Verhütter
- Tankwart
- LKW Fahrer
- Petrochemie Arbeiter
- Laborant
- Gummiverarbeitung
- Vulkanisateur
- Kunststoffschweißer
- Obst und Weinbauer
- Umgang mit riskanten Werkstoffen aus der Arbeitswelt:
- Aromatische Amine (Farbstoffe)
- Teer (unvollständige Verbrennung)
- Arsen
Raucheranamnese:
- Sind Sie Raucher?
- Mit welchem Alter haben Sie angefangen zu rauchen?
- Rauchen Sie aktuell noch?
- Wieviele Zigaretten rauchen Sie am Tag?
Kalkulation:Rauchjahre x 365 x Tagesdosis = gerauchte ZigarettenGerauchte Zigaretten / 7300 = Packungsjahre2
Eruierung von Risikofaktoren
- Sind Therapien wegen folgender Diagnosen durchgeführt worden
- Uteruskarzinom
- Cervixkarzinom
- Ovarialkarzinom
- sonstige gynäkologische Tumore
- Prostatakarzinom
- Rektumkarzinom
- und/oder
- Chemotherapie mit Cyclophosphamid
- Bestrahlungen im kleinen Becken
Allgemeine Fragen
- Haben Sie in den letzten Wochen bis Monaten Gewicht verloren?
- Leiden Sie neu unter Abgeschlagenheit und schneller Müdigkeit?
Untersuchung
Diagnose
Lage
- Trigonum
- Blasenboden
- Blasenhinterwand
- Blasendach
- Blasenvorderwand
- Seitenwand rechts & links
- Ostienregion rechts & links
- Blasenhals
Gewebetypen
- Urothelkarzinom 90-95% der Fälle
- Plattenepithelkarzinom 4-8% der Fälle
- Adenokarzinome 1-2% der Fälle
- Neuroendokrine Tumore 0-1% der Fälle
Risikoklassen
- ???
Untersuchung
Diagnose
Therapie
Nachsorge
BG-Aspekte
Vorsorge
Patientenleitlinie Blasenkrebs
https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Patientenleitlinien/Patientenleitlinie_Blasenkrebs_v3.pdf
